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Schlüsselwerk

In den ersten Jahren der Eisenbahn, als nur wenige Züge verkehrten und die Geschwindigkeiten noch relativ gering waren, genügte eine örtliche Weichenstellung von Hand. Die Abhängigkeit zu den Signalen wurde durch Schlösser hergestellt.

Bei diesem Verfahren werden die Weichen und Gleissperren in der vorgeschriebenen Lage verschlossen, wobei der Schlüssel nur dann aus dem Schloss entnommen werden kann, wenn es verschlossen ist. Die für die Fahrstraße notwendigen Weichen- und Gleissperrenschlüssel werden in ein „Schlüsselwerk“ eingeschlossen. Dadurch wird die Entnahme des zugehörigen „Fahrstraßenschlüssels“ möglich, mit dem der in Grundstellung verschlossene Signalhebel freigeschlossen und bedient werden kann. Der Schlüssel bleibt im Schloss am Signalhebel so lange blockiert, wie das Signal einen Fahrtbegriff zeigt. Damit ist gewährleistet, dass die für die Fahrstraße benötigten Weichen und Gleissperren in der vorgeschriebenen Lage verschlossen bleiben, solange ein Signal auf „Fahrt“ steht.

Dieses Verfahren ist äußerst zeitaufwendig, da mit der Herstellung einer Fahrstraße stets längere Laufwege verbunden sind. Schlüsselwerke sind heute nur noch auf Nebenbahnen mit einfachen Betriebsverhältnissen zu finden.

Angelehnt an die Entwicklung des mechanischen Einheitsstellwerks Anfang der 20-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wurde auch die Einheitsform des Schlüsselwerks entwickelt. Der schematische Aufbau aus dem „Baukasten“ löste unzählige alte Bauformen ab. So besitzt das Einheitsschlüsselwerk 16 Schlösser, die am linken Ende mit den Fahrstraßenschlössern beginnen und am rechten Ende mit den Weichen- und Gleissperrenschlössern enden. Jedes Einheitsschlüsselwerk ist für eine Ergänzung mit einem Blockkasten vorgesehen.

An der Front befinden sich verschiedenfarbige waagerechte Striche von denen jeder einer Fahrstraße zugeordnet ist. Senkrecht über den Schlössern sind diese Striche durch Sichtfenster unterbrochen. Wird ein Schlüssel geschlossen, so verändern sich die senkrechten Farbscheiben. Eine Fahrstraße ist dann eingestellt, wenn sämtliche Sichtfenster der betreffenden „Fahrstraßenzeile“ die zugehörige Farbe und nicht „rot“ zeigen.

 
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