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Elektromechanisches Stellwerk

Die durch mechanische Stellwerksanlagen bedingten Grenzen der Leistungsfähigkeit der Gleisanlagen erforderten das Beschreiten neuer Wege in der Eisenbahnsicherungstechnik. Das Ergebnis der Entwicklungsarbeiten war das elektromechanische Stellwerk, das in verschiedenen Ausführungen (Einreihen- und Mehrreihenhebelwerke) bekannt ist.

Das elektromechanische Stellwerk besteht aus:

  • dem Hebelwerk
  • der Schaltanlage mit Relaiseinrichtungen
  • den Kabel mit Zubehör
  • den Antrieben für Weichen, Gleissperren und Signalen sowie
  • der Stromversorgungsanlage

Das Hebelwerk enthält die zur Bedienung des Stellwerks erforderlichen Stell- und Überwachungseinrichtungen. Der gravierende Unterschied zu den mechanischen Stellwerken liegt bei elektromechanischen Stellwerken darin, dass Weichen, Gleissperren und Signale mit Hilfe von Elektromotoren umgestellt werden, die Umstellelemente können dadurch wesentlich kleiner ausfallen. Als Stellstrom dienst in der Regel Gleichstrom mit einer Spannung von 136V, der einer gepufferten Batterie entnommen wird.

Der Verschluss der Fahrwegelemente wird, wie beim mechanischen Stellwerk, durch ein mechanisches Verschlussregister realisiert, dass aufgrund der bei den Umstellbewegungen geringer auftretenden Kräfte kleiner ausgebildet ist. Der mechanische Verschluss der Fahrwegelemente einer Fahrstraße geschieht durch das Umlegen eines Hebels, der eine Schubstange mit den entsprechenden Verschlussstücken bewegt. Diese Hebel bezeichnet man entsprechend dem Verwendungszweck als Befehls-, Zustimmungs- oder Fahrstraßensignalhebel. Wird ein solcher Hebel auf 45° umgelegt, so wird eine Zustimmung bzw. ein Befehl abgegeben oder eine Fahrstraße automatisch festgelegt. Ein Fahrstraßensignalhebel kann über 45° hinaus auf 90° bewegt werden. In diesem Bereich wirkt er als Signalhebel. Die Befehls-, Zustimmungs- oder Fahrstraßensignalhebel können aus der 45°-Lage nur dann in die Grundstellung gebracht werden, wenn die Fahrstraße durch eine Zugeinwirkung oder eine andere an der Zugfahrt beteiligte Stelle aufgelöst worden ist.

Farbschema der Bedienelemente:

  • Weichen- und Gleissperrenhebel  
  • Gleissperrsignalhebel   
  • Fahrstraßensignalhebel  
  • Blockhebel
  • Hilfshebel

 - blau
 - blau mit rotem Ring
 - rot mit Nase
 - weiß mit Nase
 - gelb

Die beiden elektromechanischen Stellwerke des EBF Gotha im Bahnhof Langmoor sind als Einreihenhebelwerke der Bauform Siemens und Halske 1912 (FÜ) mit einem Lampenüberwachungsaufsatz ausgeführt.

 
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